Lecture Series Lecture Series
Graduation Graduation
...und weiter ...und weiter
Unterstützung Unterstützung
 
 
Karsten Voigt, Koordinator für deutsch-amerikanische Beziehungen im Auswärtigen Amt
 

Karsten Voigt

Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA stand im Mittelpunkt der fünften Veranstaltung der ASAA Lecture Series am 30. November 2004 in Leipzig. Karsten Voigt, seit 1999 Koordinator für deutsch-amerikanische Beziehungen im Auswärtigen Amt, stellte seine Sichtweise des nicht immer spannungsfreien Verhältnisses zwischen den beiden Nationen dar. Dabei setzte er seine Einschätzung der Gegenwart und der Zukunft stets in Verhältnis zur Vergangenheit.

In seinem Einführungsstatement vor über 180 Besuchern sprach Voigt aber nicht nur über die große Politik. Er erläuterte auch, wie er persönlich seinen Beitrag zu den dauerhaft stabilen deutsch-amerikanischen Beziehungen leistet: durch intensive Dialoge mit Think-Tanks, Universitäten und Wirtschaftsvereinigungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Etwa ein Drittel seiner Arbeitszeit verbringt der ehemalige außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion in Nordamerika. Dabei bereist er keineswegs nur die politischen Zentren des Nordostens, sondern sucht ganz bewusst auch den Kontakt mit anderen „Clustern“ der politischen und wirtschaftlichen Meinungsbildung, z.B. in Washington State.

In dieser ASAA Lecture zeigte sich einmal mehr, dass die meisten Sprecher nicht nur ihre Inhalte vermitteln wollen, sondern in der Diskussion auch die Ideen und Ansätze ihres Publikums annehmen. So gingen einige Fragen an Voigt ganz pragmatisch auf die gegenwärtige Situation ein, in der beispielsweise die Bereitschaft deutsche Studierender, für einen Teil ihrer Ausbildung in die USA zu gehen, sinke – die Bereitschaft von Ausländern, in Deutschland zu studieren, aber steige. Dies, so Voigt, sei ein typisches Beispiel für die Zweischneidigkeit politischer Entwicklungen: Einerseits sei zu bedauern, dass so der Dialog junger Wissenschaftler mit ihren Kollegen in den USA erschwert werde, andererseits würde diese Entwicklung die deutschen Hochschulen stärker also zuvor internationalisieren.