Teri A. Simmons, Anwältin aus Atlanta und Spezialistin für Einwanderungs- und Wirtschaftsrecht, erklärte den Zuhörern bei der dritten ASAA Lecture das US-amerikanische Einwanderungsrecht - und seine Widersprüchlichkeiten. Obwohl die USA auf Einwanderung aus aller Welt angewiesen sind, zeige sich seit dem 11. September 2001, welch tief sitzendes Misstrauen, insbesondere gegenüber männlichen Einwanderern aus bestimmten Ländern, die Rechtsprechung und die Anwendung der Einreisebestimmungen prägt. Doch gleichzeitig machte Simmons ihren knapp 50 Zuhörern Mut: "Sie kommen aus dem Land mit den besten Konsulaten, und Deutschland genießt großes Vertrauen in den USA." Erstaunlich sei allerdings auch, wie penibel die Behörden sogar mit den Fällen umgehen, die eindeutig nicht in das Raster einer terroristischen Bedrohung passen. So konnte Simmons viele Beispiele aus ihrer Beratungstätigkeit mit Einwanderern und Unternehmen aus vielen Ländern der Welt anbringen. "Ein Visum nur wenige Tage zu überziehen kann Auswirkungen für den Rest des Lebens haben, wenn man wieder in die USA einreisen will", so die fließend Deutsch sprechende Anwältin, die in einer großen Kanzlei in Atlanta die Abteilung für Internationale Angelegenheiten leitet. Ob die USA mit ihren rigiden Einwanderungs- und Einreisebestimmungen allerdings der Bedrohung Herr werden, vermochte Simmons nicht zu sagen. "Natürlich wird ein Terrorist nicht freiwillig die geforderten Angaben machen, aber die Behörden hoffen, die Muster zu erkennen, die auf potenzielle Gefahren hinweisen." So bleibe deutschen Studierenden oder Touristen nur, sich strikt an die Anforderungen zu halten, "und man muss den Papierkram rechtzeitig angehen."