Förderungsmöglichkeiten für das Studium in Deutschland und im Ausland standen im Mittelpunkt der zweiten Veranstaltung unter dem Oberbegriff "Amerikanistik - und dann?". Vor etwa 40 Besuchern erklärten drei Referentinnen, worauf es bei der Auswahl geeigneter Fördermöglichkeiten durch Stiftungen oder den DAAD ankommt. Wie dann eine Bewerbung aussehen soll und welche Klippen es bei Auswahlgesprächen zu umschiffen gilt, wurde ebenfalls erklärt.
Die erste der drei Referentinnen war Yvonne Walter, die in Leipzig Amerikanistik studiert hat und nun als Koordinatorin des Besucherdienstes und der Öffentlichkeitsarbeit im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig arbeitet. Sie berichtete, dass eine Bewerbung für Auslandsaufenthalte bereits lange vor dem geplanten Abreisetermin beginnen sollte. Etwa ein Jahr vorher sollte die Bewerbung eingeleitet sein. Aktivitäten neben dem Studium, das oft zitierte "gesellschaftliche Engagement" sind nicht nur für Bewerbungen um Stipendien oder Fördergelder für ein Studium im Ausland wichtig, sondern auch bei Bewerbungen um Nebentätigkeiten oder im späteren Berufsleben. Diese Erfahrung mache sie derzeit bei der Beurteilung von Bewerbern, die im Zeitgeschichtlichen Forum arbeiten möchten.
Zoe Kusmierz, ebenfalls ehemalige Amerikanistik-Studierende, ist heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Amerikanistik tätig. Außerdem ist sie die 1. Vorsitzende der ASAA. Sie berichtete von ihren Erfahrungen als Stipendiatin einer konfessionell orientierten Stiftung. "Religion oder gar Frömmigkeit hat aber keine Rolle bei meiner Bewerbung gespielt", sagte sie. Neben der finanziellen Unterstützung - deren Höhe oftmals, ähnlich wie beim Bafög, auch nach Bedürftigkeit gestaffelt sein kannn - stellte sie die weiteren Effekte der Förderung dar. Sommerkurse, Treffen der Stipendiaten sowie das aus der Förderung entstehende persönliche Netzwerke seien ähnlich wichtig wie die finanzielle Seite eines Stipendiums.
Prof. Anne Koenen, Direktorin des Instituts für Amerikanistik, ist selbst in mehreren Auswahlkommissionen aktiv (DAAD, Fulbright Kommission). Sie stellte klar, dass die Auswahl von Stipendiaten sehr gewissenhaft betrieben werde und es um den fachlichen und persönlichen Gesamteindruck eines Bewerbers bzw. einer Bewerberin geht. Doch müsse man die Arbeit der Auswahlkommissionen nachvollziehen, um viele Fehler zu vermeiden: Anweisungen in den Ausschreibungen gelte es strikt zu befolgen, lieber wenige, aber dafür aussagekräftige Beurteilungen und Zeugnisse sollten eingereicht, und lieber konkrete Gründe für ein bestimmtes Ziel oder Themengebiet genannt werden als Allgemeinplätze. "Und schreiben sie nichts in ihre Bewerbung, über das sie im Auswahlgespräch nicht reden wollen oder können", so Prof. Koenen.
Zum Abschluss dieser Veranstaltung der Reihe "Amerikanistik - und dann?" stellte Zoe Kusmierz noch die wichtigsten Stiftungen vor und empfahl den Studierenden auch, die Möglichkeiten zu nutzen, die die direkten Kontakte der Uni Leipzig zu ausländischen Partneruniversitäten bieten. "Nicht nur die großen Programme wie Fulbright oder DAAD ermöglichen einiges. Auch die von Instituten oder Fakultäten aufgebauten Partnerschaften sollte man nutzen." Und bei den Bewerbungen gilt es, sich auch von der einen oder anderen Absage nicht entmutigen zu lassen. Gemeinsam mit ihren beiden Co-Referentinnen empfahl Kusmierz beispielsweise dringend, die Bewerbung von Anderen kritisch durchschauen zu lassen oder gar die Situation "Auswahlgespräch" zur Übung zu simulieren. "Und was wirklich hilft, ist der regelmäßige Blick in die Tageszeitung oder in die Medien Ihres Ziellandes", so Prof. Koenens abschließender Tipp.